Freitag, 15. Mai 2015

Die Naturell- Lehre Carl Huters.



Die Naturell- Lehre Carl Huters ist seine hauptsächlichste und wichtigste Entdeckung.
Huter unterscheidet grob:
1. das Harmonische Naturell
2. das Disharmonische Naturell
3. das Bewegungsnaturell
4. das Ernährungsnaturell
5. das Empfindungsnaturell
weiter die Mischtypen:
6. Bewegung - Ernährung
7. Bewegung - Empfindung
8. Ernährung - Empfindung
9. das Ideale Naturell
10. das Verbrechernaturell


Skizze aus Carl Huter, Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis
 

Freitag, 1. Mai 2015

Zeus von Otricoli. Objekt der Anbetung bei Goethe.


Juno Ludovisi, Goethes "erste Liebschaft" in Rom, für  ihn "wie ein Gesang Homers", lag im Harmonischen Naturell Carl Huters


Die Statue des Zeus von Otricoli ist ein der bekanntesten und schönsten Gebilde der Antike.
Goethe hatte sich bei seinem Aufenthalt in Rom eine Kopie selbiger besorgt.
Aus Rom schreibt er im Dezember 1786: „Ich habe mich nicht enthalten können, den kolossalen Kopf des Jupiters anzuschaffen. Er steht meinem Bette gegenüber, wohl beleuchtet, damit ich sogleich meine Morgenandacht an ihn richten kann.“
Für ihn ist die Büste ein Objekt „ was die Tiefen der Natur näher aufschließt".

Für den Carl Huter Schüler Amandus Kupfer drücken sich im Bild der Statue des Zeus von Otricoli
die fünf klassischen Göttertugenden: Kraft, Macht, Weisheit, Gerechtigkeit und Treue aus
Die Büste zeigt einen Menschen im vollendeten Harmonischen Naturell.
„Damit war der damaligen Zeit ein, im Grunde zeitloses Vorbild an moralischer Größe und physischer und geistiger Stärke gegeben.“
Amandus Kupfer: Grundlagen der Menschenkenntnis, Die Formkraft der Psyche., Band 1, 1989, Arlesheim, Seite 248.
( inzwischen neu verlegt bei: http://verlag-weisses-licht.eu)

Ich denke einen nicht unerheblichen Anteil an der unvergleichlichen Erfolgsgeschichte des alten Griechenland hatte die Pflege der Physiognomie in dieser Kultur. Bildhauer waren geniale Physiognomen, die Bilder edler, tugendhafter Menschen wie eben den Zeus von Otricoli zur Darstellung brachten.
Winkelmann weist darauf hin, dass Bildhauer hochgeschätzt waren, so hoch geschätzt, dass gerne wichtige Ämter und Funktionen in der Verwaltung und Politik mit ihnen besetzt wurden.
Die natürliche physiognomische Begabung der Bildhauer wird wohl oftmals verhindert haben, dass sie sich mit weniger geeigneten Mitarbeitern und Helfern umgaben.
Sehen sie sich nur das Bild des bedeuteten abendländischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen ( 1770- 1844) an, er liegt nach Carl Huter im Harmonischen Naturell, mit Genialität, wäre also auch ein sehr guter Staatsmann gewesen.
Als Künstler hat er immerhin das Goldene Zeitalter Dänemarks mitbegründet. Eine Zeit der wir heute gerade auch in Dänemark nur noch nachtrauern können.

Mittwoch, 29. April 2015

Aristoteles über die Physiognomik.


"Das Seelenleben ist abhängig vom Körper und besteht nicht für sich allein. Das wird ganz klar in Fällen des Rausches und der Ohnmacht. Das Seelenleben steht in vielfältiger Beziehung mit dem, was im Körper geschieht. Umgekehrt wird auch der Körper durch das Seelenleben beeinflusst, das wird offenbar bei Liebe und Furcht, Lust und Unlust.
Ferner kann man noch mehr aus der ganzen natürlichen Veranlagung der Wesen ersehen, dass Körper und Seele eng miteinander verbunden sind und in Wechselwirkung miteinander stehen.
Körper und Seele bilden eine solche Einheit, dass sie sich gegenseitig Erregungs- und Formbildungsursache sind.
Es hat noch nie ein Lebewesen gegeben, das das Aussehen des einen, aber den Geist und Charakter eines anderen gehabt hätte. Es hat jedes Lebewesen seinen eigenen Körper und die mit diesem korrespondierende Charakteristik. Ein bestimmter Körper entspricht einer bestimmten Seele.
Deshalb können Sachverständige auch von der Physiognomie anderer Wesen auf deren Charakter schließen, Pferdekenner können über Pferde urteilen, Jäger über Hunde.
Wenn dies aber richtig ist, und es ist immer richtig, so muß es die Möglichkeit einer Wissenschaft der Physiognomik geben."

Aus Aristoteles: Physiognomik, Der Zusammenhang zwischen Körper und Seele und der Ausdruck der Seele durch den Körper, Carl-Huter-Verlag, Zürich 2006
Übersetzung von Fritz Aerni in Anlehnung an Max Schneidewin.

Jeder der sich mit Tierzucht beschäftigt achtet automatisch auf die Form des Körpers.
Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, dass sich die Seele und der Geist im Körper spiegeln. Jeder große Maler wie Raphael, Leonardo da Vinci etc. ist automatisch auch ein guter Beobachter und Physiognomiker. Bei den alten Griechen hatten vor allem die Bildhauer die Kunst der Physiognomie hoch entwickelt.

Samstag, 18. April 2015

Apollo von Belvedere und das Ideal der antiken Schönheit. Texte von Goethe, Johann Joachim Winkelmann, Johann Caspar Lavater und Carl Huter.



Apollo von Belvedere, Skizze aus Lavaters Physiognomische Fragmente
Goethe hatte die Büste des Apollo von Belvedere in seinem Treppenhaus.
Er schreibt, dass sein Anblick ihn aus der Wirklichkeit herausgerückt habe.
Die Werke der Antike verkörperten für ihn Vollkommenheit, Harmonie und Humanität.
Überhaupt war die Betrachtung antiker Kunstwerke für den Augenmenschen Goethe der Weg zur Welterkenntnis.
1771 sah Goethe zum ersten mal eine Kopie des Apollo in Mannheim, Er meinte dazu:
„Mein ganzes ich ist erschüttert, das können Sie denken, Mann und es fibrirt noch viel zu sehr, als daß meine Feder stet zeichnen könnte. Apollo von Belvedere, warum zeigst du dich uns in deiner Nacktheit, dass wir uns der unsrigen schämen müssen?“

Natürlich steht die Begeisterung Goethes in der Nachfolge Winckelmanns, der dazu schrieb:

„Die Statue des Apollo ist das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Altertums, welche der Zerstörung entgangen sind. Der Künstler derselben hat dieses Werk gänzlich auf das Ideal gebaut, und er hat nur eben so viel von der Materie dazu genommen, als nötig war, seine Absicht auszuführen und sichtbar zu machen. Dieser Apollo übertrifft alle andere Bilder desselben so weit als der Apollo des Homerus den, welchen die folgenden Dichter malen. Über die Menschheit erhaben ist sein Gewächs, und sein Stand zeugt von der ihn erfüllenden Größe. Ein ewiger Frühling, wie in dem glücklichen Elysien, bekleidet die reizende Männlichkeit vollkommener Jahre mit gefälliger Jugend und spielt mit sanften Zärtlichkeiten auf dem stolzen Gebäude seiner Glieder. Gehe mit deinem Geiste in das Reich unkörperlicher Schönheiten und versuche, ein Schöpfer einer himmlischen Natur zu werden, um den Geist mit Schönheiten, die sich über die Natur erheben, zu erfüllen; denn hier ist nichts Sterbliches, noch was die menschliche Dürftigkeit erfordert. Keine Adern noch Sehnen erhitzen und regen diesen Körper, sondern ein himmlischer Geist, der sich wie ein sanfter Strom ergossen, hat gleichsam die ganze Umschreibung dieser Figur erfüllt. Ich vergesse alles andere über dem Anblicke dieses Wunderwerks der Kunst, und ich nehme selbst einen erhabenen Stand an, um mit Würdigkeit anzuschauen.“
Apollo aus Lavaters Physiognomische Fragmente

Lavater:
„Ich habe diesen Kopf des Apollo zweimal nach dem Schatten und hernach vermittelst
des Storchschnabels ins Kleine gezeichnet, und ich glaube dadurch etwas zur Bestätigung
des Winkelmannischen Gefühls beitragen zu können. Man kann sich wirklich an diesem bloßen
Umrisse kaum satt sehen. — Man will was darüber sagen, zittert — und was man sagt, ist unerträglich. Aus allem diesem verworrenen Gedränge kann indessen dieses heraus gehoben werden:
Die Erhabenheit beruht auf der Stirne, auf dem Verhältnis der Stirne zum ganzen Gesicht, auf der Schiefheit der Stirne gegen den Unterteil des Gesichts betrachtet, auf dem Fortgange der Stirn in die Nase, auf dem nicht harten und nicht weichlichen Kinn, das sich so männlich von der Spitze der Nase bis zum Anfang der Oberlippe! Und wie viel edler macht dieser geringe Unterschied den oberen Kopf, als den unteren! Wie wenig beträgts, daß die Oberlippe
und Unterlippe des oberen inwendig runder ist, als des unteren — und dennoch wie viel redender ist bloß durch diesen gering scheinenden Unterschied der obere als der untere? Wie viel platter, fader ist bloß durch diese kleine Verschiedenheit der Mund des unteren, als des oberen! —
Wer dies nicht sieht, dem kann ich nicht helfen! Wessen Geist, nach öfterer
Betrachtung der besten Antiken, nicht in Entzückung gerät; wer nicht in dem Sichtbaren derselben unsichtbare Vollkommenheit fühlt, der lege die Feder weg; ihm hilft die Antike
nicht. Und wer den Unterschied dieses Kopfes gegen andere nicht sieht; in diesem Unterschied keinen Unterschied des Charakters fühlt, der lege mein Buch weg! Meine Erklärung hilft
ihm nichts.“


Carl Huter:
„In Apollo verehrten die alten Griechen den Gott der Schönheit und der schönen Künste.
Inder Tat kann man sichkaum eine höhere Schönheit, als sie im Apollo verkörpert ist, denken.
Edel, ideal schön, froh und heiter, glücklich und gesund schaut diese Göttergestalt in die schöne Welt, um Schönes zu schaffen und Glück zu verbreiten, um die Menschen zu erheben durch eine ideale hoheitsvolle, göttliche Kunst.
Die Göttergestalt des Apollo ist heute noch der Grundpfeiler der idealen Kunst.
Ohne diese ideale Kunst ist das menschliche Gemüt nicht zu erheben zu jenen, alle Naturwahrheit übertreffenden Schönheiten und beseligenden Empfindungen, deren die menschliche Seele bedarf, soll sie nicht Gefahr gehen, zu Versimpeln oder in hartem, oft häßlichem Daseinskampf zu verrohen und ins Niedrige zurück zu versinken.“

Lavater hat sicherlich recht, wenn er auf die Beachtung der Stirn und Nasenbildung wert legt.
Insgesamt liegt der Apollo von Belvedere nach den Erkenntnissen von Carl Huter wohl im Bewegungsnaturell mit starker Tendenz zur Harmonie.
Die alten Griechen entwarfen damit zurecht ein Idealbild von Männlichkeit das meilenweit entfernt liegt von dem heutigen Modejournalschönheiten mit ihren eher niedrigen Stirnen und oftmals über starken Unterkiefer.

Samstag, 4. April 2015

Der Kopfbau als Ausdruck der Geistigkeit bei Swedenborg, Lavater, Goethe und Carl Huter.


Für seine physiognomischen Forschungen fand der gläubige Christ Johannes Caspar Lavater unter anderem Anregung und Stütze bei Emanuel Swedenborg.
So schreibt Swedenborg in seinem Werk: De cultu et amore Dei 1745 über den menschlichen Schädel:
Hier ist daher das oberste Gewölbe unseres Körpers, gleichsam der Olymp oder Himmel, denn von dort wird wie vom Zentrum oder vom Innersten und Höchsten her das Übrige peripherisch und unterhalb erschaut.“
Ein guter Schädelbau verweist letztlich, physiognomisch betrachtet, auf eine gute religiöse Auffassungsgabe.

Goethe schreibt in einem Beitrag zu Lavaters Physiognomischen Fragmenten:
Wie unser Schädel sich wölbet, gleich dem Himmel über uns, damit das reine Bild der ewigen Sphären darin kreisen könne...“
Zu Homers Schädel ergänzt Goethe:
„Dies ist der Schädel indem die ungeheuren Götter und Helden soviel Raum haben wie im weiten Himmel und auf der grenzenlosen Erde. Dies ist der Olymp, den diese rein erhabene Nase wie ein anderer Atlas trägt und über das Ganze Gesicht solche Festigkeit, solch eine sichere Ruhe verbreitet.“
Tatsächlich ist es so, dass ein geistiger Zusammenhang zwischen Intelligenz und Nasenform durchaus besteht und auch der Bau der Hirnschale ist nicht uninteressant.
Huter schreibt dazu: „daß Menschen mit glattem, niedrigem oder verkümmerten Oberhaupt als religiöse Idioten zu betrachten sind, mit denen über die letzten Dinge nicht zu reden ist, weil ihnen die Hirnorgane dafür fehlen und sie daher jeder Einsicht und jedem tieferen Verständnis unzugänglich bleiben.“
Und weiter: „Solche religiöse Idioten gibt es sehr zahlreich unter den berühmten Wissenschaftlern unserer Zeit, die das Volk zum Unglauben führen.“
Johann Caspar Lavater, Büste im Besitz Goethes

Sonntag, 29. März 2015

Johann Wolfgang von Goethe, Carl Huter und ihre Sicht auf Jesus Christus.


Goethe hat sich für einen der wenigen, echten Christen gehalten. Er lehnt die protestantische Rechtfertigungslehre allein durch den Glauben ab, ebenso den scheinheiligen Katholizismus.
Alles, außer ein Christentum der Tat, ist für ihn ein Scheinglaube. In der Nachfolge Swedenborgs ist allein die Nutzwirkung, das aktive Tun des Guten, als heilsfördernd zu betrachten.
Nur durch die gute, edle Tat wird man zu einem guten, edlen und idealen Menschen.
Den Wiederauferstehungsglauben lehnt Goethe ebenso ab, wie die Jungfrauengeburt und manchen andere Dogmen.
Carl Huter dachte ähnlich. Jesus Christus ist einmalig, nicht weil er von den Toten auferstanden wäre etc., sondern weil er als erster vorbehaltlos einen Gott der Liebe predigte.
Die Schulung der Empfindungsfähigkeit ist also für ihn die Haupttriebfeder der geistigen Entwicklung.
Huter vergisst dabei nicht das negative am Christentum unbeschönigt darzustellen.
Die Morallehre Jesu geht teilweise ins Überzogene, ins Krankhafte, zum Beispiel wenn er verlangt dass man seine Feinde lieben solle, auch noch „die linke Wange hinhalten solle“.
Ein nach diesen Normen gelebtes Christentum wäre nie lebensfähig gewesen.
Auch weicht Jesus selber öfter von seiner Lehre der Liebe in unerfreulicher Weise ab, zum Beispiel wenn er andere als „Ottern und Natterngezücht“ beschimpft.
Das Christentum hat für Huter und Goethe Humanität und Menschlichkeit gefördert.
Auf ihre positiven Aspekte sollte man sich besinnen und den Unsinn vermeiden.
Gewissen ist etwas Gewordenes und keine Selbstverständlichkeit, nur die Pflege der Liebesfähigkeit entwickelt das Gewissen. Alle Religionen und Weltanschauungen sollten wir daher am Maßstab der tätigen Nächstenliebe und der sozialen Fähigkeiten messen. Wie gehen Männer mit Frauen um? Wie weit reicht unsere Fähigkeit zur Tierliebe, zur Achtung vor allem Leben?
Siehe hierzu auch:
Buggel, Franz, Denn sie wissen nicht was sie glauben. Oder Warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann, Hamburg1997.
Wobei hierzu natürlich anzumerken ist dass meiner Meinung nach das Christentum allen anderen Religionen was Güte und Menschlichkeit betrifft weit überlegen ist. Und wer keine Religion mehr hat verfällt leicht den Dämonen. Unglaube hinterlässt ein Vakuum das allzu gerne von negativen Energien gefüllt wird. Die Entwicklung der westlichen Welt, spätestens nach dem 2. Weltkrieg, in ihrer Dekadenz und ihrem weitestgehenden Werteverlust ist dafür ein einprägsames Beispiel. Nietzsche hat in seinen lichten Augenblicken versucht davor zu warnen. Siehe dazu: Rohrmoser, Günther, Nietzsche als Diagnostiker der Gegenwart, München 2000
Jesus Christus wie er in der Realität ausgesehen haben soll

Nun die physiognomische Beurteilung von Jesus durch Carl Huter:
„Jesus wie er in Wirklichkeit ausgesehen haben soll.
Dieses Bild ist in Stein geschnitzt aufgefunden worden und alles spricht dafür, daß es ein echtes Porträt von dem Verkünder der Religion der Liebe ist.
Das Schönste an dem Bild ist das wunderbar wohlgerundete Oberhaupt, hier liegt die Hauptkraft. Jesus war ein Gottmensch, der sich am unmittelbarsten an die Gottheit anschloss durch die Auffassung, daß Gott unser Vater sei.
Betrachten wir weiter, wie die höchste Kindlichkeit und Naivität aus seiner verhältnismäßig weniger kraftvollen, aber doch klassischen Stirn mit einer feinen, empfindenden, klassischen Nase und dem ebenso naiven Auge und Mund spricht, so lernen wir begreifen, dass Jesus durch seine eigene innere und äußeres Veranlagung gar nicht anders konnte, als zu der Anschauung gelangen, daß er und alles Menschen Gotteskinder seien.
Das gewaltige, große, sprechende, schöne Auge, diese unmittelbare Seelenreinheit und Gottesergebenheit, diese Nüchternheit und Entsagung, die aus der Mundpartie spricht, ist etwas Heiliges, etwas so seltenes Weltfremdes, daß Jesus als außergewöhnlicher Mensch angesehen werden musste, der von den meisten verkannt und unverstanden blieb, der aber der Welt ein Licht angezündet hat, das unvergänglich ist.
Jesus war der bedeutendste Geistesmensch, den die Welt gesehen hat, nicht in der Erkenntnis der Natur, sondern in der Erkenntnis des göttlichen Geistes und der Tugenden, die die Menschen edel und glücklich machen und sie zu würdigen Gotteskindern emporbilden.
In aller Weisheit der Welt bildet die Jesus-Lehre den lichtesten Punkt; sie ist die glücklichste Lebenslösung, und auf dieser Lehre in Verbindung mit der Naturwissenschaft baue ich die Kallisophie, die harmonische Fortentwicklung von Religion und Wissenschaft auf."

Montag, 23. März 2015

Religion und Gebet bei Goethe, Carl Huter und Swedenborg.


Betender Jüngling aus Goethes Stadthaus
Viele Menschen haben den Glauben an eine geistige Welt verloren. Das liegt unter anderem an den vertreten der Religionen, den Pfaffen, Priestern und Gurus aller Arten und Sparten von Religionen, Sekten und Weltanschauungen.
Jeffrey M. Masson, dessen recht empfehlenswertes, kritisches Buch über die Psychotherapie gerade lese hat auch einiges über seine Erfahrungen mit Gurus geschrieben. Er fand keine echten Gurus. In seiner Kindheit wurde er unter anderem mit dem Guru seines Vaters- natürlich ein Schwindler -Paul Brunton konfrontiert.. usw. Insgesamt sind die Werke von Masson sehr lesenswert.
Ebenfalls lesenswert was die fragwürdigen Einflüsse gewisser Medien und von Jenseitskundgaben betrifft sind:
Carl Wickland: Dreißig Jahre unter Toten, und
Joe Fisher: The Siren Call of Hungry Ghosts.
Huter schreibt dass seiner Meinung nach das bisherige Gottesbild Menschenwerk und Wahngebilde beschränkter Denkkräfte ist.
(siehe: Carl Huter: Individuum und Universum,Verlag für Carl Huters Werke, Schwaig bei Nürnberg, 1962, Seite 90)
Mit solchen Gedanken macht man sich natürlich bei Gläubigen wenig beliebt.
Auf die Sicht Carl Huters auf Jesus komme ich bei Gelegenheit zu sprechen.
Vorerst empfehle ich das Buch von Robert James Lees: Reise in die Unsterblichkeit.
Seine Biographie ist recht interessant, ich halte ihn für einen aufrichtigen Jenseitsforscher. Man sieht es auch seinem Foto an dass er -physiognomisch betrachtet- kein Schwindler oder Geisteskranker ist. Meine ich.
Zumindest ist seine Ethik frei von religiösen und moralischen Absurditäten und daher lebensförderlich.
Weiter empfehlenswert sind die Werke von Swedenborg. Allen voran: Himmel und Hölle.
Man mag über Swedenborg denken was man will, seine Ethik ist besser als das was die Kirchen lehren. Swedenborg hat deshalb auch Goethe nachhaltig beeinflusst.
Siehe dazu Gerhard Gollwitzer: Die Geisterwelt ist nicht verschlossen. Swedenborgs Schau in Goethes Faust.
(Werke von Swedenborg gibt es unter:http://www.swedenborg.ch/)
Was den Unterschied eines Christentums im Sinne Swedenborgs und Goethes zum landläufigen Christentum ausmacht hoffe ich an anderer Stelle erläutern zu können.

Es gibt ein sog. Jenseits und wir können es auch wissenschaftlich erforschen. Carl Huter hat dazu Hinweise in seiner Biographie gegeben.
Nicht zuletzt Carl Huters Naturell Lehre belegt meiner Meinung nach eindeutig die Vorherrschaft eines geistigen Prinzips in der Materie.
Als Einführung in Carl Huters naturwissenschaftliches Denken empfehle ich: Die Naturell Lehre, in der erweiterten Ausgabe von Walter Alispach. Siehe:
http://www.svmk.ch/unter Bücher. Das Buch kostet zur Zeit 10,50 Euro.

Abschließend noch ein paar Zitate von Carl Huter zum Thema Religion, Gebet und Unsterblichkeit der Seele.

„Wenn eine alte Religionsform für den aufgeklärten, wissenschaftlichen Menschen nicht mehr befriedigend wirkt, so schaffe er sich eine bessere persönliche Religion oder schließe sich einer neuen, befriedigenden Religionsgemeinschaft an. Unter Religion verstehe ich den freien, selbst gewonnenen inneren Glauben an das höchste Ideal, denn Theologie, Kirche, und Religion sind drei verschiedene Begriffe.“
Carl Huter, Das Empfindungsvermögen der Materie, Zürich, 2003,Seite 30

„Pflege mit den Deinen das Gebet. Zieh dich in die Stille zurück, wo du kannst, wenn du beten willst. Bete nicht zu den alten Götzen und Göttern, bete zu den neuen, wahren Gottwesen, zu den Engeln, zu deinen Führ- und Schutzgeistern. Bete für deine Gattin (deinen Gatten), für deine Kinder, für die, die deiner Liebe und Fürsorge würdig sind.
Das Gebet ist liebende Gedankenkraft. Es hat Wirkung auf dich selbst, denn du stärkst damit deine Lebensenergie, das Gebet bildet die Helioda (Empfindungsenergie) aus. Du beseelst damit die dich umgebende Materie. Denn was du in Liebe darauf ausstrahlst, strahlt sie dankbar dir zurück.“
Du beglückst und stärkst mit dem Gebet deine Lieben, die dich umgeben und auch die Abgeschiedenen, und erfreust damit die gute Geisterwelt, die Heiligen, die Engel und die Gottwesen im Jenseits.
Fürchte den Tod nicht, denn du lebst weiter. Der Tod ist nur ein Scheiden aus dieser körperlichen Hülle und von dieser irdischen Welt. Hast du gerecht und heilig gelebt, hast du viel Gutes getan, so kannst du dem Tode ins Angesicht schauen. Die Vorsehung lässt nichts von dir umkommen oder untergehen. Deine guten Gedanken und Werke wirken weiter, deine reine Gesinnung nimmst du mit, und sie führt die in die Kreise des Jenseits, die sich deiner Liebe annehmen werden. Darum fürchte Hölle, Tod und Teufel nicht. Die gütige Natur und die Empfindungsätherenergie tragen dich, wo du auch seiest im Leben und im Tode, im Diesseits und im Jenseits dahin, wo du hinwünschest und so, wie du es dir durch dein Streben und Tun verdient hast, und da wird ein jeder nach seiner Gabe und nach seinem Verdienst gerecht geführt.“
Carl Huter: Die neue Weltanschauung und die Goldenen Lebensregeln, 1962,Seite 46 und 47